Zweites Regionalgespräch zur Auenentwicklung in der brandenburgischen Elbtalaue: BUND-Auenzentrum zieht positive Bilanz
Rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten am Mittwoch, den 4. März, der Einladung des BUND-Auenzentrums zum zweiten Regionalgespräch in den Speicher Rühstädt. Dort informierten sie sich über den aktuellen Stand der Voruntersuchung zur Auenentwicklung in der brandenburgischen Elbtalaue. Das Regionalgespräch bot erneut Raum für lebhaften Austausch und die Einbindung lokaler Perspektiven.
Voruntersuchung zur Auenentwicklung
In der zweijährigen Voruntersuchung werden derzeit die Voraussetzungen für die Entwicklung von rund 211 Hektar Auenlandschaft im Elbvorland bei Rühstädt, Gnevsdorf und Quitzöbel ermittelt. Auf Flächen im Eigentum des Landes Brandenburg sowie der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg sind verschiedene Maßnahmen geplant, um Lebensräume zu verbessern oder wiederherzustellen. Im Fokus stehen dabei die Anbindung von Nebenrinnen, die Entwicklung und Pflanzung von Auwald sowie ein angepasstes Grünlandmanagement. Nach Abschluss der Voruntersuchung soll ein Umsetzungsprojekt folgen, das voraussichtlich Mitte 2026 startet.
Werden die verlandeten Nebenrinnen wieder an die Elbe angebunden, finden viele Amphibien- und Fischarten geeignete Bedingungen zum Laichen und zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Zusammen mit einer angepassten Grünlandnutzung wird das Nahrungsangebot für weitere Arten wie den Weißstorch deutlich verbessert. Der positive Einfluss auf den Wasserhaushalt wird durch die Entwicklung von Auwald gestärkt. Dieser kann deutlich mehr Wasser speichern, was sich besonders in den zunehmenden Trockenperioden vorteilhaft auswirkt. Darüber hinaus gilt er als artenreichster, aber selten gewordener Lebensraum Mitteleuropas, in dem unter anderem Schwarzstörche und Mittelspechte ein Zuhause finden.
Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern
„Mit Regionalgesprächen und Projektspaziergängen, die wir zum Format der ‚Auenwerkstatt‘ zählen, möchten wir die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligen und transparent über das Projekt informieren“, sagte Maria Lindow, Projektleiterin des BUND-Auenzentrums.
Beim Regionalgespräch in Rühstädt nutzten die Teilnehmenden nach einer kurzen Vorstellung des aktuellen Projektstandes an mehreren Infostationen die Gelegenheit, mit dem Projektteam in den Austausch zu kommen, Fragen zu stellen und sich detaillierter zu den geplanten Maßnahmen zu informieren. Diskutiert wurden unter anderem mögliche Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. Dabei brachten die Anwohnenden ihre Ortskenntnisse und wertvollen Erfahrungen in die Gespräche ein. Das externe Moderationsteam sorgte für eine gelungene Begleitung der Veranstaltung.
„Die positiven Rückmeldungen und die engagierte Atmosphäre auch beim zweiten Regionalgespräch zeigen, wie wichtig der Dialog für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes ist“, betont Jan Schormann, Leiter des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. „Die Anbindung von Nebenrinnen stößt besonders bei der Anglerschaft auf Zustimmung, da bei den Fischen vor allem Arten wie Hecht, Brassen und Karpfen profitieren, die aus der Elbe einwandern. Darüber hinaus können die Nebenrinnen auch zum Hochwasserschutz beitragen“, ergänzt Maria Lindow.
Das Projektteam und seine Partner möchten diesen bereichernden und konstruktiven Austausch mit den Anwohnenden weiterführen.
Weitere Veranstaltungen
Für den Frühsommer plant das BUND-Auenzentrum weitere Projektspaziergänge, zu denen Interessierte eingeladen sind.
Wer über zukünftige Veranstaltungen informiert werden möchte, kann sich per E-Mail an heiko.boelk(at)burg-lenzen(dot)de wenden.
Die zweijährige Voruntersuchung „Auenentwicklung in der brandenburgischen Elbtalaue“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Enge Kooperationspartner sind unter anderem die Verwaltung des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg sowie die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg.
Der Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des BUND-Auenzentrums Burg Lenzen vom 11.03.2026.
Gebiet
- Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
Meldung vom 05.03.2026
