Stärkung der internationalen Verbindungen in Biosphärenreservaten: Ein Workshop zum Thema Zusammenarbeit

Vom 4. bis 7. November 2025 fand an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde ein internationaler Workshop zum Thema „Zusammenarbeit in Europäischen UNESCO-Biosphärenreservaten“ statt. Organisiert vom Biosphärenreservats-Institut (BRI) unter der Schirmherrschaft der UNESCO, brachte die Veranstaltung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker aus verschiedenen Biosphärenreservaten Europas zusammen, um neue Perspektiven und Ansätze für die Förderung der Zusammenarbeit in diesen einzigartigen Schutzgebieten zu entwickeln. 

Tag 1: Grundlagen für Zusammenarbeit schaffen
Der Workshop begann mit einer aufschlussreichen Podiumsdiskussion, in der die Dimensionen der Zusammenarbeit im Rahmen des UNESCO MAB-Programms beleuchtet wurden. Hierbei wurden die Initiativen des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und die Rolle des Biosphärenreservats-Instituts (BRI) als zentrale Akteure hervorgehoben. Besonders bemerkenswert war eine gemeinsame Mapping-Session, in der Methoden und Werkzeuge zur Identifizierung und Förderung von Partnerschaften zwischen Biosphärenreservaten visualisiert wurden.

Tag 2: Transdisziplinäre Forschung und Arbeit im Netzwerk
Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt auf transdisziplinärer Forschung und der Zusammenarbeit innerhalb von regionalen und thematischen Netzwerken. Zahlreiche Praxisbeispiele wurden vorgestellt, darunter Kooperationen zwischen akademischen Institutionen und Biosphärenreservaten, etwa im Kristianstads Vattenrike oder im Rodna-Mountains-Nationalpark. Eine besonders spannende Diskussion drehte sich um den neuen „Hangzhou Strategic Action Plan for Biosphere Reserves“, der die Bedeutung von transdisziplinären Ansätzen für den zukünftigen Erfolg von Biosphärenreservaten betonte. Darüber hinaus fand eine partizipative Übung zur kollaborativen Gestaltung statt, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam nachhaltige Aktionspläne zu aktuellen Fragestellungen entwickelten. So wurde anhand eines neu zu gründenden Biosphärenreservates an der Grenze von Montenegro und Albanien analysiert, welche Akteurinnen und Akteure beteiligt werden müssen, damit die Idee der nachhaltigen Entwicklung langfristig verankert wird. 

Tag 3: Exkursion in das Biosphärenreservat Spreewald
Der dritte Tag bot eine praxisorientierte Exkursion ins Biosphärenreservat Spreewald. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten wertvolle Einblicke in die landschaftspflegerischen Maßnahmen des Schutzgebietes und erlebten aus erster Hand, wie Landwirtschaft und Naturschutz in dieser Region vereint werden. Besondere Beachtung fand dabei die innovative Nutzung von Biomasse aus landwirtschaftlichen Praktiken, die zur Erhaltung und Pflege der wertvollen Lebensräume beiträgt. Dieser Ausflug verdeutlichte die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren vor Ort, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Tag 4: Governance und die Zukunft der Zusammenarbeit
Am letzten Tag des Workshops stand die Governance in Biosphärenreservaten im Vordergrund. Es wurde erörtert, wie kooperative Entscheidungsprozesse auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene gestaltet werden können. Fallbeispiele aus dem Dilijan Biosphärenreservat und dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg zeigten, wie unterschiedliche Akteure – von lokalen Behörden bis hin zu internationalen Organisationen – erfolgreich zusammenarbeiten können. In diesem Zusammenhang wurde das Konzept der „Biosphären-Gemeinden“ vorgestellt. In der abschließenden Sitzung wurde der zentrale Aspekt der Zusammenarbeit betont: Für den Erfolg von Biosphärenreservaten ist eine partnerschaftliche und integrative Herangehensweise auf allen Ebenen notwendig.

Der Workshop bot wertvolle Impulse und brachte neue Perspektiven in die Diskussion um die nachhaltige Entwicklung und den Schutz von Biosphärenreservaten. Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, dass die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Gemeinden, Verwaltung und internationalen Netzwerken entscheidend für den langfristigen Erfolg der Biosphärenreservate ist. Die gewonnenen Erkenntnisse werden als Grundlage dienen, um in Zukunft die Zusammenarbeit weiter zu stärken und innovative Lösungen für den Naturschutz zu entwickeln.

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 05.11.2025