Freiwilliges Jahr in Rühstädt – ein Rückblick
Von Quitzöbel bis hinter Lenzen erstreckt sich entlang der Elbe eine einzigartige Naturlandschaft – das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Durchzogen von Naturschutzgebieten, leben viele Prignitzer dort, wo andere Urlaub machen – meist ohne es zu wissen. Jedes Jahr engagieren sich hier zwei junge Erwachsene im Rahmen des Ökologischen Bundesfreiwilligendienstes (ÖBFD), um nach dem Schulabschluss praktische Erfahrungen im Umweltbereich zu sammeln. Auch in diesem Jahr ging der zehnmonatige Einsatz mit vielfältigen Aufgaben rund um das Storchendorf Rühstädt zu Ende – ein guter Zeitpunkt für einen Rückblick auf das Erlebte und Gelernte.
Biosphärenreservate gelten als Modelllandschaften für das Zusammenleben von Mensch und Natur. Der Aufgabenbereich der Verwaltung reicht von Monitoring und Artenschutz über nachhaltigen Tourismus bis hin zur Bildungsarbeit. Entsprechend breit gefächert sind auch die Einsatzmöglichkeiten im Freiwilligenjahr: von Anfang an stand eine Vielzahl an Tätigkeiten zur Auswahl, um sich auszuprobieren und aktiv einzubringen.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Arbeit im Gebiet. Zahlreiche Einsätze führten durch das gesamte Reservatsgebiet – etwa zur Betreuung der Haltepunkte Natur. Zu den praktischen Aufgaben zählten unter anderem die Beringung von Jungstörchen in der Prignitz, das Ausbringen von Horstschutz für bedrohte Greifvögel sowie die Entnahme von Laich des Moorfrosches im Rahmen des Artenschutzes.
Bei ungünstiger Witterung unterstützten die Freiwilligen die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehörten die Pflege der Website, das Verfassen von Artikeln, das Erstellen von Newslettern sowie die Gestaltung von Flyern. Auch die Begleitung von Studierenden während ihrer Praktika in der Reservatsverwaltung war Teil des Aufgabenprofils – mit einem Einblick in verschiedene Studienrichtungen und Tätigkeitsfelder.
Das Biosphärenreservat ist regelmäßig auf Veranstaltungen präsent, etwa dem BiosphäreElbeMarkt in Dömitz oder dem Umweltfestival in Berlin. Unterstützung durch die Freiwilligen ist dort stets willkommen – die Mitarbeit an Infoständen fördert nicht nur das fachliche Verständnis, sondern auch soziale Kompetenzen im Kontakt mit Besucherinnen und Besuchern.
Für alle, die gern mit Kindern arbeiten, bietet der ÖBFD in Rühstädt zusätzliche Möglichkeiten: Über Bildungsangebote werden junge Menschen an die Themen Nachhaltigkeit und Natur herangeführt. Beispiele hierfür sind das alljährliche Einheitsbuddeln sowie die Junior Ranger AG der Naturwacht. Auch darüber hinaus besteht die Gelegenheit, die Arbeit der Naturwacht zu begleiten – etwa bei Vogelzählungen oder dem Bibermonitoring im Winter.
In der familiären Atmosphäre des Teams wurde von Beginn an Wert auf persönliche Entwicklung gelegt. Der Übergang von der Schulzeit in die erste Arbeitserfahrung wurde aktiv begleitet – neue Situationen und Herausforderungen halfen dabei, Sicherheit und Offenheit für den weiteren Lebensweg zu gewinnen.
Ein fester Bestandteil des ÖBFD ist das Jahresprojekt. In diesem Fall befasste es sich mit dem Thema Waldumbau: Eicheln wurden gesammelt, ausgelegt, im Frühsommer junge Sprösslinge gesucht und mit Verbissschutz versehen – ein Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger Mischwälder im Zeichen des Klimawandels.
Wer nach der Schule noch unsicher ist, wie es weitergehen soll, oder einfach etwas Neues ausprobieren möchte, findet im Freiwilligenjahr im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln und ein Jahr voller Erfahrungen in und mit der Natur zu verbringen.
Zum ÖBFD gehören auch vier Seminarwochen mit anderen Freiwilligen. Nach anfänglicher Skepsis haben wir dort beide sehr gute Freundschaften geschlossen und die Zeit genossen. Mit erster Berufserfahrung lässt sich das ÖBFD für viele Studiengänge anrechnen und kann als Orientierungsjahr mit kleinem Entgelt für die Zukunft dienen. Ab Ende September 2024 sind wieder Stellen zu besetzen. Vorerfahrung ist nicht nötig und der Startzeitpunkt flexibel, die Dauer beträgt 6-18 Monate. Dem Alter ist nach oben keine Grenze gesetzt, wobei ein Führerschein essentiell ist. Ein Zimmer inklusive eigenem Bad und Gemeinschaftsküche wird kostenfrei zur Verfügung gestellt. Interessierte melden sich bitte bei Daniela Wegner (daniela.wegner(at)lfu.brandenburg(dot)de). Wer also unsicher ist wie es nach der Schule weitergehen soll, oder einfach mal was anderes machen möchte, hat hier die Möglichkeit charakterlich zu wachsen und ein tolles Jahr umgeben von Natur zu verbringen.
Weitere Informationen:
Praktikumsstellen und Freiwilligendienste
Gebiet
- Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
Meldung vom 03.08.2023
