Ergebnisse des 1. Naturparkgesprächs „Vom Wert der Landschaft im Naturpark Hoher Fläming“
Am 18. September kamen über 60 Interessierte in der Kirche Groß Marzehns zusammen, um über den Wert der Landschaft vor unserer Haustür und die aktuellen Planungen von Energie-Großprojekten im Naturpark Hoher Fläming ins Gespräch zu kommen.
Der Hohe Fläming ist voller Vielfalt, Eigenart und Schönheit. Mit seinen Feldsteinkirchen und Burgen in einer waldreichen Kulturlandschaft hat er brandenburgweit eine besondere kulturhistorische Bedeutung. Das wissen nicht nur die Einheimischen, sondern auch die vielen tausend Gäste zu schätzen, die jährlich den Naturpark besuchen und auf den Wander- und Radwegen die Weite und Stille der Landschaft genießen.
Beim 1. Naturparkgespräch berichtete Naturparkleiter Steffen Bohl über den Schutz dieser Landschaft seit 1966 und stellte die bisher bekannten Planungen für Großprojekte und ihre möglichen Folgen für die Landschaft und die Heimat vor.
Die Präsentation ist hier herunterzuladen: 1. Naturparkgespräch „Vom Wert der Landschaft im Naturpark Hoher Fläming“
Gemeindevertreter Herr Koppelmeier erläuterte die sehr schlechte finanzielle Situation der Gemeinde Rabenstein/Fläming und die möglichen Einnahmen durch die ca. 10 Windkraftanlagen (WKA) zwischen Groß- und Klein Marzehns.
Herr Hinze, Bürgermeister der Gemeinde Mühlenfließ, bekräftigte die Notwendigkeit der Energiewende, zeigte aber auch auf, dass die Gemeinde trotz der Einnahmen sehr vieler Windkraftanlagen voraussichtlich erst 2043 aus der Haushaltssicherung kommen wird. Im Gegensatz zu den geplanten Windparks in Bad Belzig, Reetz-Reppinchen, Buckautal und Marzehns, die im Naturpark Hoher Fläming liegen, befinden sich die Windkraftanlagen in der Gemeinde Mühlenfließ in einem Vorranggebiet für die Windenergienutzung.
Frau Schröder, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg, sensibilisierte für die Notwendigkeit von Windkraft-freien Erholungslandschaften für Mensch und Natur. Sie wies außerdem auf die Gefährdungen für streng geschützte Fledermausarten und Großvögel durch die Windkraftanlagen hin.
Schließlich wurde der Gesprächskreis für Gedanken und Fragen aller Interessierten geöffnet. Die zahlreichen Wortmeldungen drehten sich u.a. um
den Wunsch nach mehr Information und Bürgerbeteiligung im Entscheidungsprozess zur geplanten WKA in Marzehns
mögliche nachteilige Auswirkungen von WKA auf den Menschen und den Wert der Landschaft
die Spaltungskraft von WKA für ganze Dörfer sowie das Zukunfts-Potential für einzelne Verpächter und die finanziellen Möglichkeiten von Gemeinden.
Es wurde deutlich, wie komplex das Thema ist und dass wir nur Einfluss nehmen können, wenn wir uns informieren, austauschen und engagieren.
So berichtete Herr Rafelt, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming, dass eine Umfrage am 09.09.2026 in Groß Mahrzehns, an der ca. 60 % aller Wahlberechtigten teilnahmen, zum Ergebnis geführt habe, dass 80 % das Windparkprojekt nördlich des Dorfes im Landschaftsschutzgebiet nicht befürworten.
Das 1. Naturparkgespräch vermittelte sehr viel Faktenwissen und zeigte, dass die umfassende Einbeziehung der Betroffenen im größeren Umkreis in so wichtige Entscheidungsprozesse des Gemeinderates unverzichtbar erscheint. Anders als in Wind-Vorranggebieten trägt der Gemeinderat Rabenstein/Fläming die Verantwortung und muss die Frage klären:
"Wie wollen wir zukünftig hier leben?"
Gebiet
- Naturpark Hoher Fläming
Meldung vom 22.09.2026
