Amphibienerfassung ist gestartet: Naturwacht hofft auf feuchtes Frühjahr

2025 war kein gutes Jahr für die Amphibien im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Aufgrund der anhaltenden Frühjahrstrockenheit konnten die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht an Kleingewässern bei Rühstädt nur wenige Frösche, Molche und Kröten nachweisen. Ein feuchtes Frühjahr 2026 würde den Amphibien helfen.

Sobald Ende Februar oder Anfang März die Nachttemperaturen mehrere Tage hintereinander über fünf Grad Celsius liegen, wandern Amphibien wie Moorfrosch, Grasfrosch und Erdkröte zu ihren Laichgewässern. Dort paaren sie sich und legen ihren Laich ab. Im Laufe des Aprils kommen weitere Arten hinzu.

Für die Rangerinnen und Ranger ist dies ein geeigneter Zeitraum für die Erfassung der Tiere. Die Männchen vieler Arten locken die Weibchen mit anhaltenden Rufen an. Während der Laichzeit sind sie daher gut zu hören und lassen sich anhand ihrer Rufe unterscheiden.

Amphibien brauchen Wasser und feuchte Lebensräume

Amphibien leben im Wasser und an Land. Ihren Laich legen sie im Wasser ab. Dort entwickeln sich auch die Larven, bis aus ihnen erwachsene Tiere werden. Viele Amphibien, etwa der Moorfrosch, verbringen den Rest des Jahres an Land. Wegen ihrer empfindlichen Haut sind sie auch dort auf ausreichend Feuchtigkeit angewiesen.

Für die Elbtalaue sind Amphibien eine wichtige Artengruppe. Viele Amphibien und eine erfolgreiche Fortpflanzung weisen meist auf saubere Gewässer, naturnahe Landlebensräume und ausreichend Wasser in der Landschaft hin. Gleichzeitig sind Molche, Frösche und Kröten eine wichtige Nahrungsgrundlage für andere Tierarten, darunter Schlangen und Störche.

Rangerinnen und Ranger erfassen Amphibien seit 2021

Aufgrund ihrer Bedeutung für das Ökosystem der Elbtalaue erfasst die Naturwacht seit 2021 regelmäßig Amphibien im Bereich Rühstädt. Dazu nutzt das Team unter anderem das sogenannte nächtliche Verhören. Dabei gehen Rangerinnen und Ranger abends um die Laichgewässer und dokumentieren, welche Amphibienarten in welcher Anzahl rufen.

Zusätzlich setzen die Fachleute vor Ort Reusen ein, die über Nacht in den Kleingewässern ausgebracht werden. Damit lassen sich auch nicht rufende Amphibien wie Molche sowie Amphibienlarven nachweisen. So kann die Naturwacht einschätzen, welche Amphibienarten in den Gewässern vorkommen und ob sie sich dort erfolgreich fortpflanzen.

Trockenheit prägte die Ergebnisse 2025

2025 untersuchte die Naturwacht im Biosphärenreservat insgesamt sieben Kleingewässer bei Rühstädt. Dabei wurden fünf Arten nachgewiesen: Rotbauchunke, Teichmolch, Kammmolch, Erdkröte und Wasserfrosch. Larven wurden jedoch nur bei den Molchen gefunden. Auch die Zahl der rufenden Männchen war sehr gering.

An lediglich drei Gewässern wurden rufende Tiere festgestellt: zwei einzelne Erdkröten, ein Wasserfrosch sowie vier Rotbauchunken in einem weiteren Gewässer.

Die Rangerinnen und Ranger führen die geringen Nachweise vor allem auf die starke Frühjahrstrockenheit zurück. Einige der untersuchten Gewässer waren bereits im April fast trocken. Beim letzten Durchgang im Juni führte nur noch ein Gewässer ausreichend Wasser, um dort Reusen auszulegen.

Vermutlich sind einige Amphibien aufgrund der Trockenheit gar nicht erst zu den Laichgewässern gewandert. Zudem hatten Laich und Larven vielerorts nicht genug Zeit, sich im Wasser zu entwickeln, bevor die Gewässer austrockneten.

Die Lage ist dennoch nicht aussichtslos. Amphibien können sich unter günstigen Bedingungen wieder rasch vermehren. Die Naturwacht hofft daher auf ein feuchtes Frühjahr 2026.

Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Naturwacht vom 10. April 2026.

 

Hintergrund Naturwacht Brandenburg 

Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg. 

Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs weckt die Naturwacht Interesse an Themen rund um die Nachhaltigkeit und motiviert und befähigt die Kinder, selbst aktiv zu werden.  

Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de

Gebiet

  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Meldung vom 10.04.2026