Tausende auf Wanderschaft

Inzwischen ist er wieder abgebaut: der sogenannte Kröten- oder Froschzaun. 2881 Amphibien wurden zwischen dem 14. Februar und dem 23. April 2024 von den Rangern, den Mitarbeitern der Naturparkverwaltung und Freiwilligen im Natur- und Sternenpark Westhavelland auf ihrem Weg von den Lebens- und Überwinterungsflächen zu ihren Laichgewässern über die Straße gebracht. Seit 1995 wird der Amphibienschutzzaun an der Verbindungsstraße zwischen Hohennauen und Parey aufgestellt. Täglich wurden nun die 62 Eimer kontrolliert und Kröten, Frösche und Molche, die, wie beabsichtigt, hineingefallen waren, wieder herausgeholt, bestimmt, registriert und sicher über die Straße getragen. Knoblauchkröten waren mit 2279 Exemplaren am häufigsten vertreten, weit abgeschlagen alle anderen Amphibien: 203 Wasserfrösche, 149 Moorfrösche, 58 Grasfrösche und 8 Erdkröten. Ausreißer waren 180 Teichmolche, die zuletzt vor 9 Jahren so zahlreich festgestellt werden konnten. Es gelang sogar der Nachweis von 4 Kammmolchen. Ein neuer Rekord. Noch nie konnten 4 Tiere in einem Jahr festgestellt werden und letztmalig einer vor 11 Jahren. Das absolute Highlight waren aber 2 Rotbauchunken, die bisher noch nie in den Eimern gesichtet wurden. Umso erfreulicher, da in diesem Jahr an ausgewählten Stellen im Naturpark gezielt nach Rotbauchunken, Moorfröschen und Kammmolchen gesucht wird. Nachdem in den Jahren 2019 und 2020 knapp unter tausend Amphibien gerettet werden konnten, scheint seit drei Jahren die Talsohle durchschritten. Alle Beteiligten wünschen sich natürlich, dass dieser Trend in den nächsten Jahren anhält, und freuen sich darauf, möglichst vielen Amphibien über die Straße zu helfen. 

Hintergrund Naturwacht Brandenburg

Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in den 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.

Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs weckt die Naturwacht Interesse an Themen rund um die Nachhaltigkeit und motiviert und befähigt die Kinder, selbst aktiv zu werden. 

Rund 350 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältig Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de  

Gebiet

  • Naturpark Westhavelland

Meldung vom 28.05.2024