Gottesanbeterin gesichtet? Fund melden!

Die Gottesanbeterin ist nun auch in unseren Breiten unterwegs. Sie wurde bereits 2015 in Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen nachgewiesen und in diesem Sommer an vielen Stellen des Naturparks gesichtet.

Deshalb weist die Heinz Sielmann Stiftung auf die Mitmachaktion „Gottesanbeterin gesucht“ des Naturkundemuseums Potsdam und der Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg hin. Das Citizen-science-Projekt soll die Verbreitung und Ausbreitung der Gottesanbeterin dokumentieren. Wer diese Tiere zu Gesicht bekommt, kann seine Beobachtung mit Angabe von Datum, Fundort sowie Namen und Kontaktdaten des Beobachters melden. Ein Belegfoto sichert die Angaben ab.

Beobachtungen können an das Natur-Erlebniszentrum Wanninchen der Heinz Sielmann Stiftung wanninchen(at)sielmann-stiftung(dot)de gemeldet werden.

Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei der Gottesanbeterin um eine besonders geschützte Art handelt, die nicht gestört oder gar gefangen werden darf.

Die Daten werden im Naturkundemuseum Potsdam in einer Datenbank erfasst, um daraus Verbreitungskarten zu erstellen. So kann die Ausbreitung der Gottesanbeterin über die Jahre hinweg nachverfolgt werden.

 

Zur Gottesanbeterin

Sie frisst die Männchen vom Kopf her auf. Dabei täuscht sie ansonsten Frömmigkeit vor. Die Rede ist von der Gottesanbeterin – eine Fangschreckenart, die sich mit fortschreitendem Klimawandel auch in Brandenburg ausbreitet. Seit einigen Jahren häufen sich auch in Brandenburg Nachweise der Gottesanbeterin.

Diese Fangschrecke ist am Mittelmeer und in Afrika zu Hause. Bei uns profitiert sie von den zunehmend warmen Sommern und milden Wintern. Mit einer Länge von bis zu sieben Zentimetern, ihrer grünlich bis bräunlichen Färbung sowie ihren auffälligen Fangbeinen ist sie unverwechselbar.

Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vor allem auf trockenen Wiesenflächen mit höherer Vegetation zu finden. Aber auch auf Brachen und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen wurde sie bereits nachgewiesen. In den Bergbaufolgelandschaften der Niederlausitz findet sie ebenfalls ideale Lebensbedingungen. Sie mag es heiß und trocken. Außerdem bevorzug sie insektenreiche Lebensräume, in denen sie genug Nahrung findet.

Im August und September sind die erwachsenen Tiere aktiv und lauern oft bewegungslos auf ihre Beute, die sie dann blitzschnell mit ihren Fangarmen ergreifen. Das vordere Beinpaar der Gottesanbeterin ist zu zwei Fangbeinen umgebildet. Auf Beute lauernd winkelt sie die Fangbeine an. Die scheinbar in Andacht zum Himmel hin gefalteten Vorderbeine haben dem Insekt seinen Namen eingebracht.

Ab Mai schlüpfen die Larven, die sich dann in bis zu sechs Stadien zum erwachsenen Tier entwickeln. Anfang August erscheinen die ersten ausgewachsenen Tiere. Die Weibchen werden bis zu 7,5 cm groß. Sie legen bauschaumartige Eipakete ab, in denen die Eier den Winter überdauern. Die Paarung kann für Männchen lebensgefährlich sein. Es klingt brutal: Das Weibchen frisst das Männchen vom Kopf her auf, während der Hinterteil noch den Paarungsakt vollzieht. Meistens endet der Geschlechtsakt für alle Beteiligten aber ohne Verletzungen.

 

 

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Landrücken

Meldung vom 06.09.2019