Fledermaus-Inventur im Naturpark Schlaubetal
Die Ranger im Naturpark Schlaubetal haben in den vergangenen Wochen an verschiedenen Orten im Naturpark Schlaubetal und Umgebung Fledermaus-Winterquartiere kontrolliert. Gut zwei Drittel der insgesamt 26 bisher kontrollierten Quartiere waren besetzt. Insgesamt konnten acht Arten und 117 Individuen von der Naturwacht nachgewiesen werden. Dabei wird sie von versierten Freiwilligen unterstützt, die einige der Fledermaus-Rückzugsorte selbständig überprüfen.
„Fledermäuse benötigen im Winter geeignete Unterschlupfmöglichkeiten, um geschützt und frostfrei Winterschlaf halten zu können. Sie fahren dabei ihren Stoffwechsel herunter, um die Zeit ohne Nahrung zu überstehen“, erklärt Ranger Nico Brunkow.
Herzschlag und Atemfrequenz sind während des Winterschlafs gesenkt, sodass Fledermäuse einige Monate dort ohne Nahrung ausharren können. Besonders wichtig ist die Luftfeuchtigkeit, damit die Fledermäuse nicht in der Kälte austrocknen. Je nach Art werden unterschiedliche Höhlen in Bäumen oder andere frostfreie, natürlich oder menschengemachte, Quartiere aufgesucht. Der Großer Abendsegler überwintert als typische Waldart in Baumhöhlen alter dicker Bäume. Im Gegensatz dazu nimmt das Braune Langohr gern Dachböden und Keller an.
Im Naturpark Schlaubetal gibt es noch viele Bunkeranlagen und Keller, von denen einige als Winterquartiere für Fledermäuse dienen. Diese sind verschlossen, dass die Tiere ungestört bleiben. „Wir müssen Störungen absolut minimieren, denn jedes Aufwecken der Tiere bedeutet unnötigen Energieverbrauch, der im Zweifelsfall zum Tode führen kann“, erklärt Nico Brunkow.
In einigen Bunkern hängen Fledermaus-Schlafsteine, die extra für die Tiere angebracht wurden. Die Ranger leuchten in jede Spalte und alle Ritzen im Mauerwerk sowie hinter Putzblasen und Hohlräume. Dorthin ziehen sich die Fledermäuse im Winterschlaf zurück, um sich vor Kälte und Fressfeinden zu schützen. Alle Individuen der verschiedensten Arten werden gezählt und dokumentiert. Dafür braucht es ein gutes Auge und viel Erfahrung, denn manchmal guckt nur eine Nasenspitze hervor.
In einer der wenigen großen Bunkeranlagen bei Schönhöhe registrierten die Ranger Anfang Februar insgesamt 24 Individuen aus drei Arten. „Das ist eines unserer wertvollsten Winterquartiere, es wurde mit Fledermaus-Schlafsteinen für die Tiere optimiert.“, sagt Nico Brunkow, der bereits seit Ende der 1990er Jahre Fledermäuse erfasst.
In Brandenburg kommen 18 Fledermausarten vor – alle sind streng geschützt. Wer die fliegenden Nachtschwärmer unterstützen möchte, gestaltet seinen Garten insektenfreundlich, oder hängt an Bäumen und Hausfassaden Fledermauskästen auf. Denn auch im Sommer benötigen die Flugakrobaten ein geschütztes Plätzchen, um zum Beispiel ihre Jungen aufzuziehen. „Ungenutzte Keller oder Dachstühle können wertvolle Quartiere für Fledermäuse sein. Davon gibt es leider immer weniger. Wir beraten hier als Naturwacht gern“, so Ranger Brunkow.
2026 zählten die Ranger der Naturwacht bisher insgesamt 117 Individuen in 19 von 26 Winterquartieren im Naturpark Schlaubetal. Darunter waren acht Arten, vor allem Braunes Langohr (62 Individuen), Mopsfledermaus und Großes Mausohr, aber auch Fransen-, Bechstein- und Wasserfledermaus sowie die Breitflügelfledermaus.
Gebiet
- Naturpark Schlaubetal
Meldung vom 04.03.2026
