Regionalentwicklung

Brandenburgs Nationale Naturlandschaften sind Modellregionen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Regionalentwicklung. Tourismus, Landnutzung, wirtschaftliche Entwicklung und ökologische Verträglichkeit werden miteinander in Einklang gebracht. Der Naturschutz hilft, das einzigartige Kapital Brandenburgs, dauerhaft zu erhalten. Dies ist Voraussetzung nicht nur für Tourismus und Naherholung, sondern auch für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.

Vor allem in den Bereichen Tourismus und Landwirtschaft entwickeln sich die Nationalen Naturlandschaften immer mehr zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor in den meist dünn besiedelten, strukturschwachen Regionen des Landes.

Projekte

Die Mitarbeiter der Nationalen Naturlandschaften entwickeln ökologisch, ökonomisch und sozialverträgliche Projekte und realisieren sie mit regionalen Partnern. Durch EU-Förderprojekte fließen Gelder in die ländlichen Regionen, die nicht nur dem Naturschutz zugute kommen. Sie geben wirtschaftliche Impulse und schaffen Arbeitsplätze.

Tourismus

Die Kampagne "Lust auf NaTour" und zahlreiche Aktionen der Nationalen Naturlandschaften und Besucherzentren gaben dem ländlichen Tourismus einen neuen Schub. Die positiven Entwicklungen sind unübersehbar und zeigen sich in steigenden Besucherzahlen. Seit dem Start im Jahr 2002 haben sich die Angebote vervielfacht. Der zunehmende Naturtourismus wirkt sich auch auf die landwirtschaftliche Entwicklung aus. Viele Landwirte bieten "Urlaub auf dem Land" an. 

Landwirtschaft und Regionalvermarktung

Der Anteil des ökologischen Landbaus liegt in den Nationalen Naturlandschaften mit rund 16 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt Brandenburgs. Im Biosphärenreservat Spreewald, Deutschlands Öko-Anbauregion Nr. 1, werden nahezu drei Viertel der Landwirtschaftsfläche ökologisch bestellt.

Zur Förderung und Stärkung regionaler Produkte wurden in den Nationalen Naturlandschaften die Regionalmarken entwickelt. Mit dem "regionalen Herkunftszeichen" können Anbieter von umweltgerechten Produkten und Dienstleistungen aus den Großschutzgebieten für ihre Produkte werben. Ein Beispiel für erfolgreiche nachhaltige Entwicklung und Vermarktung ist das Ökodorf Brodowin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Auch der Erhalt genetischer Ressourcen wird in den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs groß geschrieben. Seit 1993 bauen Landwirte und Gärtner in mehreren Gebieten wieder ältere, regionale Zucht- und Landsorten an – vor allem Getreide, Kartoffeln und einige Gemüsesorten. Damit soll dem Trend der modernen Landwirtschaft, mit immer weniger Kulturarten zu arbeiten, entgegengewirkt werden.

Forstwirtschaft

Brandenburg wäre natürlicherweise eine Waldlandschaft. Im Norden würden Rotbuchenwälder, im Süden und Südosten Traubeneichen-Kiefern-Wälder und in den Niederungen Auen- und Bruchwälder vorherrschen.

Durch Waldrodung, Landwirtschaft und Siedlungsbau beschränken sich die brandenburgischen Wälder – wie im gesamten Mitteleuropa – heute auf etwa ein Drittel ihrer ursprünglichen Fläche. In den Nationalen Naturlandschaften liegt der Waldanteil bei etwa 50 Prozent.

Neben wertvollen naturnahen Waldbeständen gibt es jedoch auch hier instabile Altersklassenbeständen und großflächig naturferne Kiefernforsten. Da besonders Rotbuchenwälder auf der Erde ein nur sehr kleines Verbreitungsgebiet haben (West- und westliches Mitteleuropa, Balkan), besteht für die in einigen Gebieten vorhandenen naturnahen Bestände eine besondere globale Verantwortung. In enger Zusammenarbeit der Forstleute des Landes Brandenburgs mit den Nationalen Naturlandschaften werden naturferne Forste Schritt für Schritt in naturnahe Laub- und Mischwälder umgewandelt - vor allem durch einen Verzicht auf Großschirmschlag- und Kahlschlagwirtschaft und eine Boden schonende und vorratspflegliche Nutzung.

Für den Aufbau von vielschichtigen Mischbeständen spielt die Naturverjüngung heimischer Baumarten eine Rolle. In nicht mehr bewirtschafteten Wäldern wird die Entwicklung unter Berücksichtigung der sich ändernden Klimaverhältnisse beobachtet.