Forschung, Beobachtung, Austausch

In den Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs werden wissenschaftliche Programme in den Bereichen ökologische Dauerbeobachtung (Monitoring), Erfolgskontrolle sowie angewandte Forschung initiiert und begleitet. Diese Aufgabe ergibt sich aus den rechtlichen Grundlagen der Großschutzgebiete und für die Biosphärenreservate insbesondere aus dem „Man and Biosphere“(MAB)-Programm der UNESCO.

Monitoring

Die zeitlich unbegrenzt laufenden Dauerbeobachtungsprogramme dokumentieren die ökologische Gesamtentwicklung der Großschutzgebiete. Mit diesem „Monitoring“ wird geprüft, ob und wie weit die ökologischen und politischen Ziele im Schutzgebiet erreicht werden. Dafür hat z.B. die Fachhochschule Eberswald ein „Konzept für die ökosystemare Umweltbeobachtung in den Biosphärenreservaten Schorfheide-Chorin und Spreewald“ erarbeitet, das seit 1998 umgesetzt wird.

Ausgewählte Ergebnisse der Ökosystemaren Umweltbeobachtung in den Brandenburger Biosphärenreservaten

Erfolgskontrolle

Die Erfolgskontrollen sind – anders als beim Monitoring – an bestimmte Einzelmaßnahmen und –programme in den Großschutzgebieten gebunden. Ziel ist es, Handlungsstrategien des Naturschutzes zu verbessern und ihren Erfolg oder eine mangelnde Wirksamkeit zu beweisen.

Anwendungsgebiet sind zum einen Agrarförderprogramme. Darüber hinaus werden auch Bundesnaturschutzprojekte von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung, EU-LIFE-Projekte, Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben und die Pflege- und Entwicklungspläne auf ihre Wirksamkeit geprüft.

Projekte

Seit 1992 haben die Großschutzgebiete mehr als 140 Millionen Euro Drittmittel für Projekte im Natur- und Artenschutz sowie in der Forschung und Regionalentwicklung eingeworben. Die Mittel stammen von der Europäischen Union, dem Bund, öffentlichen und privaten Stiftungen sowie der Bundesanstalt für Arbeit. Wichtig ist dabei die Einbindung von regionalen Partnern. 

Beispiele für solche Projekte sind: 

Naturschutzgroßprojekte und Gewässerrandstreifenprojekte

Naturerlebnispfad "Von Moor zu Moor"

Forschungsprojekte

Forschung unter Regie der Nationalen Naturlandschaften in Brandenburg ist immer auf praktische Problemlösungen für Naturschutzfragen und eine naturschutzverträgliche wie nachhaltige Landnutzung gerichtet. Dazu gehören die Entwicklung von geeigneten Maßnahmen und Methoden auf dem Gebiet der Landschaftspflege und des Biotopmanagements (z.B. Möglichkeiten der Seen-, Moor- oder Auwaldregenerierung), aber auch die Entwicklung von Umweltqualitätszielen und -standards für Wälder, Landwirtschaftsflächen und fischereilich genutzte Gewässer.

Beispiele für solche größeren anwendungsorientierten Forschungsprojekte waren bzw. sind 

  • Forschungsverbund-Projekt „Möglichkeiten und Grenzen der Auenentwicklung und Auwaldregeneration am Beispiel der unteren Mittelelbe“ (Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg – Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

  • Forschungsverbund-Projekt „Naturschutz in der offenen agrar-genutzten Kulturlandschaft am Beispiel des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin“ – BMBF, Deutsche Bundesstiftung Umwelt

  • Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Wiesenvogelschutz in nationalen und internationalen Naturschutzvorhaben“ im unteren Odertal, Schwerpunkt Wachtelkönig – Bundesamt für Naturschutz.

  • Erarbeitung von Naturschutzstandards für die Bewirtschaftung von Tiefland- und Buchenwäldern – Bundesamt für Naturschutz

Weitere Informationen: 

Publikationsliste des LUGV