Der Loben

Das 1670 Hektar umfassende Flora-Fauna-Habitat-Gebiet „Der Loben“ liegt nordöstlich von Hohenleipisch und südlich von Gorden und ist eines der letzten großen, weitgehend intakten Moore in Südbrandenburg. Vor etwa 120.000 Jahren sammelten sich hier die Schmelzwasser der Saale-Eiszeit wie in einer Badewanne. Typische Sumpfpflanzen wie Seggen und Torfmoose siedelten sich an. Die Geburtsstunde des Lobenmoores hatte geschlagen – über Jahrtausende bildeten sich aus abgestorbenen Pflanzenresten bis zu zwei Meter mächtige Torfschichten.

Der Loben blieb lange Zeit von menschlichen Eingriffen weitgehend verschont. Zwar wurden auch hier Torf und Ton abgebaut, beispielsweise für das Moorbad in Bad Liebenwerda, doch erst Anfang der 40er Jahre wurde versucht, das Land durch massive Entwässerungsmaßnahmen großflächig urbar zu machen. Obwohl das Vorhaben misslang, wurde das Moor durch das Absinken des Grundwasserspiegels stark in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem der Loben 1998 als FFH-Gebiet in das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 integriert wurde, konnte die Entwässerung zwischen 2003 und 2013 durch das Anlegen von Sohlschwellen und Stauwerken in den alten Gräben deutlich verringert werden. Durch das Ansteigen des Grundwasserspiegels erholt sich das Moor inzwischen zusehends und kann seine Funktionen als Wasser- und Kohlenstoffspeicher wieder ausüben. Eine deutlich sichtbare Folge der Vernässung sind die zahlreichen abgestorbenen Birken und Kiefern, die in einigen Bereichen des Lobens anzutreffen sind. Die Bäume wurden nicht etwa von Parasiten befallen – sie ertranken in Folge des Grundwasseranstiegs. Zu den dadurch gesicherten, besonders schützenswerten Lebensräumen im FFH-Gebiet zählen Moorseen (Lebensraumtyp 3160), feuchte Heiden (LRT 4010), Schwingrasenmoore (LRT 7140) und Moorwälder (LRT 91D0). Gerade diese Lebensräume sind europaweit durch eine intensivierte Landnutzung, Entwässerung und den Nährstoffeintrag über die Luft stark bedroht.

In den höher gelegenen Waldgebieten des FFH-Gebiets finden sich darüber hinaus naturnahe Fichten- (LRT 9410) und Eichenwälder (LRT 9190). Zu guter Letzt sind im Loben artenreiche Feuchtwiesen (LRT 6410) anzutreffen. Insgesamt bietet das Gebiet über 300 teilweise stark gefährdeten Pflanzenarten sowie zahlreichen besonders schützenswerten Tierarten wie Kranich, Fischotter, Mopsfledermaus, Hirschkäfer und Kreuzotter geeignete Lebensbedingungen. Um die ungestörte Entwicklung dieses Kleinods des Naturparks langfristig zu gewährleisten, wird in den nächsten Jahren ein FFH-Managementplan erstellt.

Der Loben kann auf einem Rundweg erkundet werden, der von zwei Waldparkplätzen nördlich von Hohenleipisch erreichbar ist. An mehreren Punkten begrüßen Sie dabei die alten germanischen Götter als überlebensgroße Holzkunstwerke. Außerdem vermitteln insgesamt 12 über den Rundweg verteilte Stelen Wissenswertes über das Gebiet und die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Ein besonders lohnenswertes Ziel ist der 5 Meter hohe Lobenturm, von dem Sie mit etwas Glück die ab März im Moor brütenden Kraniche beobachten können.

Steckbriefe des Bundesamtes für Naturschutz: FFH-Gebiete Der Loben und Loben Erweiterung

Adresse

04934 Hohenleipisch

Gebiet

  • Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Kategorien

  • FFH-Gebiet